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Mehr Allmende- / Volksgärten


"Wer einen Tag lang glücklich sein will der betrinke sich. (...) Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner." (chinesisches Sprichwort)

Um das Glück, Gärtner sein zu können, möglichst vielen Berlinern zuteil werden zu lassen, sollten zum einen weitere (Kisten- oder auch Erd-gebundene) Gärten auf dem TF entstehen. Zudem kann überlegt werden, ob diese Allmende-Gärten auch einen anderen (ursprünglichen) Aspekt von Allmende integrieren: Die jährliche Verteilung des gemeinsam genutzen Grundes nach einem Los-Verfahren.

Dieses für traditionelle Allmenden recht typische Verfahren hätte viele Vorteile, u.a.:

  • Fairness & Integrativität: Potentiell JEDER der möchte kann mitmachen
  • Es würde kein "Privatbesitz" an Beeten entstehen
  • Umverteilung von Vor- & Nachteilen der jeweiligen Mikrolage eines Beetes bei mehrjährigem Dabeisein
  • Der Allmende-Begriff würde zusätzlich zu seiner Bedeutung als öffentlich zugänglicher, aber individuell bewirtschafteter Raum einen anderen Bedeutungs-Inhalt entfalten: Den der gemeinschaftlichen Nutzung eines gegebenen Raumes nach Zufalls-Verteilung durch Lose.
  • Damit würde zugleich der Kerngedanke der Allmende-Idee - nämlich die nachhaltige / verantwortliche Nutzung - in einem Mikro-Kosmos sinnfällig übersetz- & diskutierbar für den Makro-Kosmos, unser "Raumschiff Erde" (Stichworte auch: Auseinandersetzung mit Eigentumsverhältnissen & Wiederentdeckung der Gemeingüter).

Diskussionen

  • Die Gärten sind toll. Man muss halt auch für den erhalt sorgen. Viele achten die Gärten nicht im angebrachten Maße und nutzen sie als Müllablage. Was kann man gegen den Dreck in der Stadt tun? Wie führt man eine Müllpolizei ein?Ich würde dies auch gerne als Pilotprojekt betrachten.

  • su_xi ist dafür
    +2

    Die Nachfrage ist riesig. Bin dafür, dass auch andere die Möglichkeit haben in einem Allmende-Garten zu gärtnern.

  • Christian ist dagegen
    +2

    Die Ausweitung von Stadtteilgärten lehne ich aus folgendem Grund ab. Diese Gärten stehen zu Bewirtschaftung nur einem exklusiven Kreis zur Verfügung. Beim bisherigen Garten auf der Neuköllner Seite gibt es eine lange Warteliste. Und jeder der einen der knappen frei werdenden Plätze ergattern will, muss sich vor einer Jury präsentieren; Genau so wie man es aus jedem provinziellen Dorfverein kennt. Gucken darf jeder, aber mitmachen nicht! Deshalb lehne ich weitere Gärten ab.

    • HPMaurer ist dagegen
      +2

      Hierzu folgendes:

      Allmende als Rechtsform

      Die Allmende ist jener Teil des "Gemeindevermögens", der nicht unmittelbar im Interesse der ganzen Gemeinde zur Bestreitung deren Ausgaben verwandt wird, sondern an dem alle Gemeindemitglieder das "Recht der Nutzung" haben. Die Allmende besteht meist aus unbeweglichem Gut wie "Wegen", dem "Wald", "Gewässern" zur Löschwasserversorgung, oder Weideland wie der Gemeindewiese, einem "Hutewald" oder "Sömmerungsgebieten der Alpen (Alm/Alp)", auf der jeder Berechtige eine nach einem vereinbarten Schlüssel vorgegebene Anzahl von Nutztieren "weiden" lassen kann.

      Die Nutzung ist meistens auf Gemeinde- (oder Genossenschafts-) Mitglieder beschränkt oder generell öffentlich zugänglich, wie bei öffentlichen Wegen, Brunnen oder dem dörflichen "Anger": Nur bei letzterem handelt es sich um Allgemeingut (im Sinne eines "Gemeinguts"), das keinen Eigentümer hat und wo die freie Benutzung als Grundrecht vorliegt.

      • FeldVolk ist dafür
        +1

        Gutes Wiki-Zitat zur Begriffsklärung.
        Nur: Was will uns der Autor damit sagen...?

    • Das stimmt nicht. Es sind alle herzlich eingeladen, sich an den Allmende Gärten auf dem Tempelhofer Feld zu beteiligen. Hierfür stehen viele Gemeinschaftsbeete und Arbeitsgruppen zur Verfügung. Es stimmt, dass dem Wunsch nach "eigenen Beeten" zur Bewirtschaftung in den letzten Jahren nicht immer entsprochen werden konnte, weil die Nachfrage so groß war. Lösung hierfür kann aber nur sein: mehr Platz für Allmende Gärten und Gärtner*innen!!

      • Naja...
        Wie man's halt so sieht / sehen möchte... "Eingeladen" sind vielleicht schon "alle", aber wenn sie denn alle kommen, stehen sie vor einer Wagenburg aus Insidern und kommen nicht so recht rein...
        Ganz so, wie es Christian sagt, ist es zwar nicht, aber (leider) es ist es zutreffend, dass es bislang recht intransparent ist, wie man denn an ein Beet kommt... (das wird aber vermutlich im Gartenjahr 2015 besser!)
        Da es lt. Selbstverständnis der Gärtner aber ein GEMEINSCHAFTS-Garten sein soll, viele der Mitgärtnernden jedoch NUR ihren eigenen Freizeit- & Ernte-Gewinn daraus ziehen wollen, ist es aus der Binnen-Sicht der Garten-Verantwortlichen verständlich, dass sie die "richtigen" Neu-Gärtner anziehen wollen.
        Da gäbe es allerdings noch etwas / reichlich Luft nach oben, eine aktive Allmende-Gärtnerschaft zu rekrutieren UND gleichzeitig Schnupper-Mitmach-Möglichkeiten für viele weitere ("alle") Berliner zu schaffen!
        Ein SOLCHER Allmende-Garten würde dann seinem Namens-Anspruch sicherlich auch ein wenig mehr gerecht werden...!

      • HPMaurer ist dagegen
        +1

        Dein Argument ist falsch. Allmende ist nach deutschem Recht streng geregelt, dazu habe ich mich in der Diskussion geäußert und daran halte ich fest. Den Beitrag "Allmende als Rechtsform" kannst du oben lesen. Dies dir zur Empfehlung.

        • Äh...?? Welches Argument bitte ist "falsch"? Und nochmal: Was wollte uns der Autor seinerzeit (19.02.) mit dem Zitieren der strengen deutschen Rechtslage zur Allmende sagen...?

  • Ich bin gegen noch größere Gärten Flächen. Auf der Neukölner Seite neben der Grillwiese sollte reichen. Ich fand die allgemeine Optik von den Gartenanlagen nicht so schön. Sorry ist nicht böse gemeint, aber von weiter weg sieht das wie eine Müllhalde aus. Wenn man sich die Gärtner Anlagen genauer anschaut sind auch viele nette Ideen dabei. Kann damit aber leben. Bitte nichts auf den freien Wiesen pflanzen, keine Bäume!

  • jfneukoelln ist dafür
    +1

    Ein klarer Unterschied zwischen den bestehenden Gärten und "konventionellen" Kleingärten ist das fehlen von Zäunen.

    Solange es weiterhin gelingt, dass alle Besucher ganz selbstverständlich (also ohne böse Blicke von "Besitzern") auch die dort vorhandenen Bänke und Tische nutzen können, gewinnen auch Menschen ohne Garten durch die schöne Atmosphäre.

    Davon könnte ich mir auch mehr vorstellen. Bin allerdings auch ein großer Freund der Optik der Anlage.

  • Siehe auch: https://tempelhofer-feld-archiv.liqd.net/i/tempelhofer-feld/proposal/26-Stadtteilg%C3%A4rten

    • Auch die Fläche für Gärten sollte m.M.n. so bleiben wie sie ist, auf gar keinen Fall größer werden. Ich habe absolut nichts gegen Gärten, aber doch bitte nicht zu viele auf dem THF! Nicht jede/r möchte gärtnern oder Gärten sehen. Die riesige Freifläche ist einfach zu wertvoll und Pflanzen jeglicher Art kommen von ganz alleine, wenn man sie denn lässt. Nutzgärten haben dort gar nichts verloren - meint die Baumfee!