-5

Mit Geflüchteten das Feld teilen?


Geflüchtete gehören zu unserem Berlin . . .

. . . und deshalb auch auf das Tempelhofer Feld.

Da sie mit ihren inneren und äußeren Verletzungen zu uns kommen, wollen wir mit Angeboten aus Kunst- und Reittherapie für ankommende Flüchtlinge und längst angekommene Berliner und Gäste auf dem Feld präsent sein. Wir möchten uns für die Aufgabe engagieren, Geflüchtete aus Kriegsgebieten und junge arbeitslose Migranten aus den südeuropäischen Ländern in die gärtnerische und landschaftliche Pflege und den Schutz des Tempelhofer Feldes als Berufsbildungsmaßnahme einzubeziehen. Wir betrachten dies als therapeutische Chance für Ziel- und Orientierung-suchende jungen Menschen und für die Wandlung der von diesem Ort ausgehenden leidvollen Geschichte.

Für eine kontinuierliche Verortung dieser Arbeit sind wir an den Rändern des Tempelhofer Feldes auf der Suche nach Quartieren für Begleitetes Wohnen und einem Unterstand für die Tiere. Unterkünfte für Geflüchtete, Therapiepferde (kleine Herde) und Kleintiere sollten (auch zu ihrem Schutz) am Rand (oder unmittelbar außerhalb des Feldes) einen stationären Platz finden. Vielleicht lässt sich das ja westlich auf dem ehemaligen St. Thomas Kirchhof mit etwas Weidefläche bewerkstelligen. Man könnte den ehemaligen Friedhof umwidmen in "Mare lacrimosa nostrum" mit entsprechender Würdigung der Toten im Mittelmeer. - Ein Standort auf/bei dem Gelände der Gärtnerei des Tempelhofer Feldes böte auch den nötigen Schutz und viele Synergiemöglichkeiten.

Für die oben genannte künstlerische Arbeit und als Infopunkt würden wir zum Start eine große winterfeste Jurte und einen mobilen großen Bauwagen bevorzugen. Auch wäre die Zusammenarbeit mit einer landwirtschaftlichen und gärtnerischen Gruppe (kleiner Bauernhof) sehr stärkend. Zu einer Willkommenskultur für Geflüchtete gehört auch eine sinnvolle Beschäftigung - quälende Wartezeiten auf Behördenbescheide potenzieren bereits vorhandene Traumata.

Zeitlich begrenzte Weideflächen für die kleine Pferdeherde ließe sich am äußeren Wiesenring mit elektrischen Weidezäunen realisieren, soweit die Gräser des "Mare lacrimosa nostrum" oder das Heu der übrigen Wiesen nicht zur Verfügung stehen.

Geflüchtete und Migranten sind in ihrer Unterschiedlichkeit besonders identische und persönliche Botschafter ihrer Herkunftsländer und sollten auf dem Tempelhofer Feld mit ihren Anliegen nicht fehlen!

Die Nähe zu den Arbeits- und Konzentrationslagern ist auch als fortwährende Transformationsaufgabe sehr passend.

Das PHÖNIX-Europa Projekt


Diskussionen

  • fraunholz ist dafür
    +1

    Eine kleine Gruppe von Pferden auf dem Tempelhofer Feld zu halten hatte ich vor vier Jahren angeregt. Hier die Antwort damals:

    "Die Tierhaltung auf dem Tempelhofer Feld ist bisher aufgrund der Rahmenbedingungen verhalten diskutiert worden. Bisher ist kein Strom auf dem Gelände. Wasser ist aus einer ehemaligen Löschwasserleitung nur in Brauchwasserqualität vorhanden. Es müsste geprüft werden, inwiefern es für die Tierhaltung verwendungsfähig ist. Der Park ist nur zu den Tageszeiten geöffnet. Es müsste ein artgerechter Unterstand für die Tiere gebaut werden. Es wäre zu prüfen, welche bauliche Lösung rentabel für Sie ist, da wir allen Bewerbern nur eine maximale Laufzeit von drei Jahren gewähren können. Für die Fütterung wäre wahrscheinlich des öfteren die Lieferung von Futtermittel/ Heu etc. notwendig. Da es sich bei der Tempelhofer Freiheit um einen öffentlichen Park handelt, ist die Grün Berlin GmbH bestrebt den Kraftfahrzeugverkehr bis auf wenige Ausnahmen zu beschränken. Die Tiere müssten wahrscheinlich auch betreut werden. Bzw. wären Öffnungszeiten zu sichern, damit Parkbesucher das Angebot auch nutzen können.

    Soweit einige Anregungen, die Sie bei der weiteren Bearbeitung Ihres Pionierprojektes berücksichtigen sollten.

    Vielen Dank auch von meiner Seite für Ihr Interesse an einer Mitwirkung.

    Mit den besten Wünschen für 2012 verbleibe ich,

    mit freundlichen Grüssen, Ines-Ulrike Rudolph"

    Wie ich das sehe, spricht nichts gegen ein paar Pferde auf dem Tempelhofer Feld sofern die genannten Details geklärt werden können.

    Viele Grüße

    Christian Fraunholz

    reiterhof-fraunholz.de

  • Flüchtlinge sind Willkommen und können vor allem in bestehende soziale Projekte integriert werden. Jeder Mensch ist frei sich hier der Diskussion anzuschliesen.

  • sozial2015 ist dagegen
    +1

    Viel intellektueller Text ;) - aber wollen wir uns nicht erstmal um die wesentlichen Bedürfnisse der Flüchtlinge kümmern? Kurz: sie brauchen Wohnraum!!! Vorläufige Unterkünfte wären natürlich auch auf dem Feld denkbar. Mit Anbindung an U6 und S-Bahn-Ring würden sie auch nicht j.w.d. wohnen und könnten sich besser in Berlin integrieren. (Schulbesuche, Jobsuche)

    • Unterkünfte auf dem Tempelhofer Feld sind aufgrund des Tempelhofer-Feld Gesetzes definitiv ausgeschlossen.

      Wahrscheinlich wären auch als Alternativlösung Unterkünfte auf dem Außengelände Flughafenhauptgebäude und Fhf-Vorplatz aufgrund des Denkmalschutzes untersagt. Dort ließen sich sonst sehr gut Fliegende Bauten in Holzbauweise auf dem Nord- und Süd-Außenbereich-Ecken des Vorplatzes für betreutes Wohnen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge einrichten

      Aus diesem Grund wollen wir in den nächsten Monaten auf dem Feld das realisieren, was nach diesen Vorgaben und dem augenblicklich in Arbeit befindlichen Entwicklungs- und Pflegeplan (EPP) möglich ist: Integrations- und Sprachkurse und künstlerisch- therapeutische Arbeit in Kombination von Servicepunkten an den Eingängen des Feldes.

      Zusätzlich bemühen wir uns seit Monaten weiterhin um Wohnraum für therapeutisch betreutes Wohnen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (möglichst in der Nähe des Thf-F). Zweckdienliche Hinweise dringend erwünscht.

      Das PHÖNIX-Europa Projekt

      • Derzeit geht es u.a. um ein neues Einwanderungsgesetz - aus aktuellem Anlass. Ergo ist auch das ThF-Gesetz erneuerbar. Der Ernst der Lage macht das dringend notwendig. Neue Wohnungen könnten frühestens in 1-2 Jahren bezugsfertig sein - wieviel Zuwanderung in der selben Zeit auf Berlin zukommt ist bis jetzt noch nicht absehbar. Eile ist geboten - auch wenn das für uns in Deutschland neu ist.